Fest der Folgenlosigkeit

11., 12., 17. und 18. Oktober 2019 (Essl Museum, Klosterneuburg bei Wien)

GLOBART Academy

ESSL Museum

Klosterneuburg bei Wien

 

In vier festlichen Gastmählern diskutiert Friedrich von Borries mit Gästen, ob wir in Zukunft „folgenlos“ leben wollen – und können. Alle Welt redet von Nachhaltigkeit. Aber ist „Nachhaltigkeit“ wirklich das richtige Gedankenmodell? Ist die Suche nach „Folgenlosigkeit“ vielleicht eine sinnvollere Handlungsform? Friedrich von Borries stellt anhand fiktionaler Geschichten mögliche Lebensmodelle vor. Sie haben auch eine Idee, wie ein folgenloses Leben aussehen könnte? Und versuchen selbst, möglich folgenlos zu leben? Dann nehmen Sie an einem der Festessen teil und diskutieren Ihre Ideen mit 13 anderen Gästen. Die Diskussionen werden von dem Filmemacher Jakob Brossmann dokumentiert und fließen in das derzeit entstehende, genreübergreifende Kunstprojekt „Archiv der Folgenlosigkeit“ ein. Beobachtet und belauscht durch die BesucherInnen der Academy wird das intime Setting zu einem neuartigen Forum für einen neuen Ansatz im ökologischen Diskurs.

 

Abschied vom Erfolg 

Freitag, 11 Oktober 2019, 

 

Die kapitalistische Gesellschaft basiert auf Folgenhaftigkeit, lebt vom „Erfolg“. Wie sähe ein Leben aus, in dem wir auf Erfolg verzichten – und welchen Preis müssen wir dafür zahlen? Die fiktive Geschichte erzählt von einem Liebespaar, einem Aussteiger und einer erfolgreichen Werberin. Er lebt in einer Hütte im Wald, sie versucht, ihren CO2-Verbrauch durch Baumpflanzungen zu kompensieren. Fast scheint es, als könnten sie die Widersprüche unserer Ökonomie überwinden – bis ihr Idyll, der Wald, der ihre Sünden speichert, in Flammen aufgeht. 

Mit Christa Müller (Anstiftung), Jörg Petzold (Haus Bartleby), Jan Groos (Future Histories),

Es kocht: Tobias Judmaier - Iss mich, Weinbegleitung: Christoph Daignière-Koller & Mathilde Daignière /NORD UND SUD

 

Freiheit oder Instrumentalisierung?

Samstag, 12 Oktober 2019

 

Kunst ist frei - und darf deshalb auch folgenlos bleiben. Wie geht Kunst mit den zunehmenden Instrumentalisierungsanforderungen um? Die fiktive Geschichte stellt einen Kurator vor, der vor einer wichtigen Lebensentscheidung steht. Ihm wird angeboten, im Auftrag eines großen Industriekonzerns ein „Museum für ökologische Kunst“ einzurichten. Was ist stärker: der Versuch der Instrumentalisierung, das „Greenwashing“ oder die der Kunst eigenen Freiheit, über gesellschaftliche Probleme und Herausforderung auf ganz eigene Art nachzudenken? 

Mit Tim Voss (Kunsthaus Wien), Wolfgang Zinggl (Kulturwissenschafter, Künstler), Rosmarie Lukasser (Künstlerin), Marianne Dobner (Kuratorin mumok)

Es kochen: Sonja Stummerer und Martin Hablesreiter (Honey & Bunny), Weinbegleitung: Weingut Bründlmayer, Willi und Edwige Bründlmayer

 

Nicht-Handlung als neue Form der Produktivität 

Donnerstag, 17 Oktober 2019

 

Ein Ausweg aus dem Handlungsdruck der Gegenwartsgesellschaft ist die Verweigerung. Nichts-tun kann aber auch produktiv sein, weil sie überflüssiges vermeidet. Wie sähe eine künstlerische und gestalterische Praxis der absichtlichen Unterlassung aus? Die fiktive Geschichte erzählt von einem Architekten, der sein Büro schließt, um in Zukunft Bauherren bei der Vermeidung von Neubauten zu beraten. 

Mit Harald Gründl (Designer, Eoos), Annette Südbeck (Kuratorin, Secession), Herbert Dreiseitl (Landschafts Architekt, Artist, Urban Design, Gründer Atelier Dreiseitl, RSD), Verena Pöschl (Stadträtin Klosterneuburg)

Es kocht: klosterneuburg hilft, Bürgerinitiative für Asylwerber, Emina Palischek (Palästina), Rasul Hussaini (Afghanistan), Weinbegleitung: Hager Matthias, der Winzer

 

Radikale Entsagung als Lebenshaltung 

Freitag, 18 Oktober 2019

 

Verzicht fällt schwer. Aber ohne Verzicht wird es keine nachhaltige Zukunft geben. Wie sieht eine Kultur des Verzichts aus - und wo liegt die Grenze der Entsagung?

Die fiktive Geschichte erzählt von einer Frau, die eine neue Bewegung der Gebärverweigerinnen gründen will, aber versehentlich schwanger wird. 

Mit Claudia Langer (Generationen-Stiftung), Jakob Lena Knebl (Künstlerin), Eva Horn (Literaturwissenschaftlerin, Uni Wien), Christoph Wonneberger (evangel. Theologe), Verena Brunschweiger (Autorin)   

Es kocht: Steffi Parlow, William Knaack, Weinbegleitung: Leopold J. und S. Kerbl, Winzer, Weingut Kerbl