Ästhetik und Strategie für die Stadtlandschaft

Kongress, Campus Westend, Frankfurt am Main, 2010

Der Kongress sucht nach neuen Wegen für die Stadtlandschaft. Nicht nach einem Weg – schon der Untertitel, „Grüne Soße“ verwies darauf. Geht es um sieben Zutaten? Man nehme: Naturschutzgebiete, Klein- und Freizeitgärten, Parkanlagen, Auen, Autobahnen, Landwirtschaft und Restflächen? In welchem Verhältnis? Mehr von diesem weniger von jenem? – Grüne Soße – für die Einen nur ein undefinierter grüner Brei, dem die Ordnung und Gestaltung fehlt, für die Anderen genau die delikate Mischung, die GrünGürtel und Regionalpark schmackhaft machen.

Schaut man zurück auf 20 Jahre GrünGürtel und 15 Jahre Regionalpark, zeigt sich deren Stärke in ihrer Vielfältigkeit. Denn gerade aus der Vielfalt der Nutzung, der unterschiedlichen Gestaltung und Programmierung ergibt sich eine Heterogenität der Räume, die eine ganz eigene urbane Qualität hervorbringt. Durch die Vielschichtigkeit werden unterschiedliche Menschen angesprochen und bietet verschiedensten Nutzer genau das, was sie in diesen Räumen suchen. Das selbstangebaute Gemüse, die unmittelbare Naturerfahrung oder einfach das Abschalten beim Sport. Doch gerade um diese Besonderheit der Heterogenität als eine Erfolgsgeschichte zu stärken, sollen mit dem neuen Leitbild Konzepte gefunden werden, wie sich diese Formen der aktiven Raumnutzung zu einem nachhaltigen Entwicklungskonzept verdichten lassen. Auch, um neuen Lebensstilen, demographischer Entwicklung und den Herausforderungen des Klimawandels gerecht zu werden.

Der Kongress stellt den Stand der Planungen im GrünGürtel und Regionalpark zur Debatte und begibt sich auf die Suche nach den wesentlichen Fragen künftiger Planungs- und Gestaltungsstrategien für Freiräume.

 
Programm
Freitag, 03. September 2010, Campus Westend, Frankfurt am Main am
 
 
Warum neue Leitbilder?
Fragen an die Zukunft von GrünGürtel und Regionalpark 
DR. MANUELA ROTTMANN Dezernentin für Umwelt und Gesundheit, Frankfurt am Main 
CLAUDIA JÄGER Aufsichtsratsvorsitzende Regionalpark Dachgesellschaft
  
Stand der Planungen im GrünGürtel und im Regionalpark Rhein-Main 
PROF. DR. FRIEDRICH VON BORRIES Architekt, Berlin/Hamburg 
PROF. DR. JÖRG DETTMAR Landschaftsplaner, Darmstadt 
 
Welche Bedeutung haben Freiflächen in der Verdichtungsregion Rhein-Main?
Kann die zukünftige Frankfurter Stadtentwicklung vom Grünraum aus gedacht werden? 
DR. WALTER PRIGGE, Stadtsoziologe, Dessau 
 
Urbanisieren – Grün Leben 
Die Verfügbarkeit und Qualität von Grünraum wird in der Öffentlichkeit immer stärker als Indikator für Lebensqualität gesehen. Von Paris über Seoul bis New York investieren Städte in die Aufwertung ihrer Grünräume, stärken Themen wie regionale Nahrungsproduktion, Klimaanpassung, ökologische und biologische Vielfalt. Welche Profilierungsstrategien entwickeln andere Städte für ihre Grünräume? 
 
KLAUS OVERMEYER Landschaftsarchitekt, Berlin 
DR. ANDREAS KIPAR Landschaftsarchitekt, Mailand 
 
Ästhetisieren – Infrastruktur integrieren 
Grünraum ist immer auch ein Wahrnehmungs- und Erlebnisraum. Grünraum in einem urbanen Verdichtungsraum wie Rhein-Main ist aber nicht nur ein Naturraum, sondern von verschiedenen Nutzungen geprägt: Infrastrukturen, Gewerbe, Sport etc. Wie lässt sich diese vielschichtige und heterogene Atmosphäre ästhetisch fassen und als bewusstes sinnliches Erlebnis in den Alltag rückführen?  
PROF. SAM AUINGER Künstler und Klangforscher, Berlin 
MARKUS AMBACH Künstler und Kurator, Düsseldorf 
 
Sozial Programmieren – Landschaft machen 
GrünGürtel und Regionalpark sind nicht nur beliebte Erholungs- und Freizeiträume, sondern auch Orte sozialen Lernens und sozialer Interaktion. Diese Interaktion ist oft von Konflikten geprägt, denn unterschiedliche Nutzungsformen führen zu Zielkonflikten. Für welche Nutzungen soll sich der Grünraum öffnen? Und welche Form von „Konfliktmanagement“ braucht der Grünraum der Zukunft? Wie kann er zu mehr Umweltgerechtigkeit beitragen?  
MARCO CLAUSSEN Prinzessinnengärten, Berlin 
TORE DOBBERSTEIN, Planungsbüro Complizen, Berlin 
 
Reflekionen zur Zukunft von GrünGürtel und Regionalpark 
PROF. DR. FRIEDRICH VON BORRIES Architekt, Berlin/Hamburg
PROF. DR. JÖRG DETTMAR Landschaftsplaner, Darmstadt